18.11.2019

Wenn die Glöcklein klingen:
Die Wasserräder in der Talbachklamm

Sepp Kerschbaumer mit den von ihm gefertigten Wasserrädernzoom
Sepp Kerschbaumer mit den von ihm gefertigten Wasserrädern

Als findiger Handwerker hat es sich der ehemalige Taxi-Unternehmer Sepp Kerschbaumer – "Gmeiner Sepp" – in seiner Pension zur Aufgabe gemacht, in der Talbachklamm – und anderswo – auf Eigeninitiative Wasserräder mit Glocken, kleine Hammerwerke und weitere Wasserspiele zu installieren. Aus Altersgründen sucht Sepp nun nach einem Nachfolger, der sein „pensionäres Lebenswerk“ fortführt.

Die kleinen Wasserspiele von Sepp erfreuen sich speziell bei Kindern großer Beliebtheit. Die Wasserräder und -spiele wurden jährlich von Sepp auf- und abgebaut, damit diese über den Winter durch die Schneelast nicht beschädigt werden. Die Aufbauarbeiten begannen jährlich Ende April, abgebaut wurde dann meist Ende Oktober.

Damit auch während des Sommers alles ordnungsgemäß läuft, wurde dann alle 2 bis 3 Tage Nachschau gehalten, kleine Reparaturen vorgenommen und bei größeren Schäden abtransportiert und zu Hause wieder instandgesetzt. Insgesamt kamen so jede Woche etwa 6 bis 7 Stunden für die Instandhaltung der Wasserräder, Tröge und Wasserspiele zusammen, wobei leider Vandalismus das größte Problem darstellt. Über 11 Jahre lang betrieb Sepp Kerschbaumer nun in seiner Pension die Fertigung und Instandhaltung als Hobby – materialseitig teilweise unterstützt von Gemeinde und Tourismusverband.

Quellfassung in der Talbachklamm

Quellfassung mit Holzbrunnen in der Talbachklammzoom
Quellfassung mit Holzbrunnen in der Talbachklamm

Sepp setzte außerdem auch mehrere kleine Trinkbrunnen um, die er auch regelmäßig auswusch und reinigte, ist es doch der Kinder liebster Zeitvertreib die Tröge mit Steinen anzufüllen :) Einer dieser Brunnen ist beispielsweise die Quellfassung mittig in der Talbachklamm, bei der Station „Sagenhaftes Untertal“ des Themenweges Wilde Wasser.

Die alte Quelle war – möglicherweise schon zu Zeiten der Bergknappen – eine Tränke für die Pferde der Fuhrleute, die mit ihren Fuhrwerken durch die Klamm zwischen Schladming und dem Bergbaugebiet verkehrten. Im Jahr 1949 wurde die Quelle beim großen Hochwasser in der Talbachklamm verlegt. Auf Initiative von Sepp wurde diese schließlich im Juli 2014 – mit Unterstützung der damaligen Gemeinde Rohrmoos – neu gefasst. Das Gebirgsquellwasser entspringt direkt aus dem Fels des Schladminger Hausberges Planai und verfügt über beste Trinkwasserqualität.

Bild aus den 1930ern mit dem damaligen Brunnen in der Talbachklammzoom
Bild aus den 1930ern mit dem damaligen Brunnen in der Talbachklamm

Aus Altersgründen sucht Sepp Kerschbaumer nun nach einem Nachfolger, der mit ebenso viel Liebe, die Instandhaltung und Fertigung der Wasserräder und kleinen Hammerwerke fortführen möchte. Die vorhandenen Wasserräder und -spiele können übernommen werden. Interessierte können sich gerne an den Geschäfsführer des Tourismusverbandes Schladming, Hansjörg Stocker, wenden.

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